Halloween Time aka Versicherung, Klappe die zweite

Guten Tag!

In Deutschland war ja gestern Zeitumstellung. Seid ihr alle gut aus den Federn gekommen? ;)Für mich heißt das, dass nun 8 Stunden Zeitverschiebung zwischen DE und JP herrschen (ich bin euch 8 Stunden zeitlich voraus).

Seit Anfang Oktober sind hier natürlich auch alle Läden in Spinnenweben gehüllt und werden von Kürbissen und Geistern bewacht. Ich kann mich an so Dekozeug ja immer super erfreuen. Da weiß man immer, in welcher Jahreszeit man sich befindet. Allerdings habe ich gestern schon die erste Fuhre an super kitschiger Weihnachtsdeko entdeckt….leider gibt es hier (noch) keine Schokolebkuchen oder Spekulatiuskekse…..dagegen hätte ich ja grundstätzlich gar nichts einzuwenden. 😉

Mein Leben hier ist nicht so spannend, dass ich jede Woche Einträge verfassen kann, aber da ich mich doch ab und zu mal melden sollte,dachte ich, ich erzähle euch von meinem schönen Wochenende. Es hatten sich nämlich gleich zwei Freundinnen von mir für dieses Woche in Tokyo angekündigt, wobei jeder einen zeitlich eng gestrickten Terminplan hatte.

Eine Freundin aus Rumänien ist momentan auf Geschäftsreise hier und versucht zwischen den Kunden- und Besprechungsterminen, ihre Freunde noch irgendwo unterzubringen. Wenn dann spontan der Chef am Donnerstag beschließt, dass am Sonntag nachmittag ein weiteres Meeting noch ganz gut wäre, dann macht das die Zeitplanung nicht unbedingt einfacher.

Die zweite Freundin ist Japanerin, die die letzten zwei Jahre in München gewohnt hat und nun wieder nach Japan zurückgekehrt ist. Damit ist bei ihr gegenwärtig Jobsuche angesagt, weswegen sie gerade öfters in Tokyo ist. Wenn sich dann am Abend vorher noch eine Networkinggelegenheit auftut, dann muss die natürlich genutzt werden und Freunde (also ich) werden einfach kurzerhand mitgeschleppt. Dazu später mehr.

Mein Samstag begann nämlich mit einem Beratungsgespräch bei einer Versicherungsfirma im 26. Stock des Yokohama Landmark Towers.

(Der Ausblick aus dem Versicherungsbüro. Ich hab schnell ein Foto gemacht, während er am Kopieren war hihi)

Falls ihr meinen Blog verfolgt, dürftet ihr ja gelesen haben, dass ich momentan dabei bin, nach einer passenden Krankenhausversicherung für mich zu suchen. Mit Eifer habe ich dann erstmal von allen möglichen Firmen Broschüren angefordert, was dazu geführt hat, dass ich mit Telefonanrufen bombardiert wurde. Nachdem die einen ja so oft anrufen, bis man mal hingeht, habe ich mich irgendwann geschlagen gegeben und mit diversen Versicherungsfutzis ein kurzes Beratungsgespräch geführt, wobei sich bei den meisten irgendwann rauskristallisiert hat, dass einer (oder mehrere) der folgenden Punkte zu einer Problematik führen:

a) kein „permanent resident“ Status (aka unbefristetes Visum)

b) nicht lange genug schon in Japan

c) mit keinem Japaner verheiratet

d) keine Verwandten in Japan

e) Ausländer (wobei die mich nie angerufen haben, da war das von vornherein klar)

c) und d) sind besonders für Lebensversicherungen wichtig, sodass ich den Aspekt jetzt einfach mal ignorieren werde. Ich hoffe mal, dass ich die nächsten 2 Jahre einfach nicht über den Jordan hüpfen werde (wenn doch, dann ist es mir ja auch eigentlich egal, wer sich um meine Angelegenheiten kümmert. Mich stresst es dann ja nicht mehr)

Mir geht es ja eh prinzipiell eher um den Fall, dass ich im Krankenhaus landen könnte. So eine Blinddarmentzündung kann ja ganz hinterlistig sein und da ich dazu neige, vom Fahrrad zu fallen (der Ellenbogen ist immer noch rampuniert), halte ich das für keine blöde Idee.

Ich muss sagen, dass mich das Büro der Versicherungsfirma schon etwas beeindruckt hat. Die Einrichtung war edel, der Anzug des Vertreters wohl teuer und bevor das Gespräch los ging wurde mir erst einmal wie in einem Restaurant eine Getränkekarte in die Hand gedrückt, von der ich mir etwas aussuchen sollte. Die Aussicht aus dem 26. Stock war natürlich bombastisch.

Das Gespräch verlief sehr nett und nach einer Stunde verabschiedete ich mich ohne mich festlegen zu lassen. Man muss sich ja noch anschauen, was sonst noch auf dem Markt rumspringt. Der Berater war so nett, mich auch nicht zu einer Entscheidung zu nötigen, sondern gab sich sofort damit zufrieden, als ich sagte, ich werde mich melden. Sehr angenehm.

Danach hatte ich etwas Zeit zum Bummeln, um anschließend von Yokohama nach Tokyo, Shibuya zu fahren. Dort war ich mit meiner japanischen Freundin verabredet. Kaum das ich aus dem Bahnhof kam und sie im Gewusel um die Hachiko-Statue ausfindig gemacht hatte, eröffnete sie mir, dass sie so schnell wie möglich nach Odaiba müsse und ob ich sie begleiten würde. Sie hätte dort spontan einen Networking Termin bekommen, der für sie beruflich interessant sein könnte. Ehm, klar?

yokohama shibuya odaiba

Also auf nach Odaiba. Nachdem ich mich in Tokyo deutlich besser auskenne als sie, stiefelte sie mir also bis zu ihrem Treffpunkt in Odaiba hinterher. Das Treffen fand in einem sehr modernen (und teuren) Office Building statt, dass im Eingang einen Billiardtisch und mehrere Sofas stehen hatte. An der Wand stand zudem ein Bücherregal mit westlichen Büchern über Kunst und Architektur. Interessante Ausstattung.

Damit die beiden ungestört reden konnten (ich war ja nur zufällig dabei) habe ich mich erstmal an das Bücherregal gestellt, aber das war nicht sonderlich spannend. Als ich mich nach einiger Zeit umdrehte, um zu schauen, wie es bei den beiden lief, winkten bei mir zu und fordeten mich auf, mich dazu zu setzen. Der Gesprächspartner war ein schick gekleideter, gut aussehender Japaner Ende 20, der meiner Freundin erst einmal ein paar Tipps für ihr Jobhunting gab. Wir plauderten immer ungezwungener und irgendwann meinte er, er könnte uns seinem Chef vorstellen, der gerade auf einem Halloween-Event in diesem Gebäude ist. Das Event wäre nur für ausgewählte Personen, die in diesem Gebäude ein Büro hätten.

Die Party Location

Sein Chef stellte sich als 55-60 jähriger Japaner heraus, der in seinem Herzen wohl immer noch 30 ist 😉 Er war ziemlich lustig drauf und zeigte uns erstmal alle Bereiche des Events. So kam es, dass ich spontan auf einer Halloweenparty auf Odaiba gelandet bin, von der aus man einen herrlichen Ausblick auf die Rainbowbridge und den Tokyo Tower hatte. Nebenbei liefen ziemlich viele Leute in ausgefallenen Halloweenkostümen um mich herum. Um es kurz zu fassen: Ich hatte Spaß!

Tage, bei denen man am Abend sagen kann „Heute morgen hatte ich noch keine Ahnung, dass ich hier landen würde“ sind eigentlich immer die besten Tage 😉

Am Sonntag habe ich mich dann vormittags mit meiner Rumänischen Freundin getroffen und dabei noch alle Bekannte aus Waseda-Zeiten (meine Austauschuni) wieder getroffen. Es macht so Spaß zu sehen, wie wir alle älter werden und unsere Wege gehen. Wir haben ähnliche Probleme, ähnliche Ansichten und ähnliche Ziele, sodass der Meinungsaustausch unglaublich bereichernd, aber auch beruhigend ist. Es geht nicht nur mir so. Ich freue mich schon darauf, wenn wir in 10 Jahren beim Mittagessen irgendwo auf der Welt sitzen und uns an die alten Zeiten erinnern.

Soweit zu meinem Wochenende!

Wie geht es euch? 🙂

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s