Katastrophenpräventionstag (1. September)

Hallo alle miteinander!

Am 1. September ist in Japan immer der Katastrophenpräventionstag (防災の日 bousai no hi). Das Datum geht auf das schwere Kanto-Erdbeben von 1923 zurück, bei dem Tokyo durch das Feuer, dass sich zwischen den Holzbauten nach dem Erdbeben ausgebreitet hat, zu großen Teilen zerstört wurde.

Nun wird einmal im Jahr daran erinnert, wie man sich bei einem Erdbeben oder anderen Katastrophen zu verhalten hat. Es gibt dafür extra Veranstaltungen im Freien, zum Beispiel von der Feuerwehr.

Eine Sache, die hier in Japan häufig gemacht wird, ist die Anschaffung von Trockenfutter und Wasserflaschen sowie Taschenlampen und anderes nützliches Zeug. Im Falle einer Katastrophe fällt vermutlich der Strom aus, sodass man für Nahrung und Flüssigkeit sowie andere Lichtquellen sorgen sollte. Für mein Zimmer habe ich mir Batterien, eine Taschenlampe und Wasserflaschen gekauft. Man weiß ja nie….

Im Büro, in dem ich vor zwei Jahren mein Praktikum gemacht habe, hatten wir im Eingangsbereich Helme und Ausrüstung für den Notfall liegen.

Erdbeben gehören hier zum alltäglichen Leben und die Angst, dass mal wieder ein großes Erdbeben Tokyo heimsucht, schwebt immer irgendwo im Hinterkopf (statistisch gesehen wäre mal wieder eines fällig….ich will es aber hier nicht verschreien…).

Da inzwischen die Gebäude hier ziemlich erdbebensicher gebaut werden, ist die Angst, dass einem die Decke auf den Kopf fällt, nicht so groß. Auch die Dreifachkatastrophe vom 11.3.2011 war nicht wegen des Erdbebens so schrecklich (das war zwar lange und heftig, aber das meiste stand danach noch), sondern wegem dem darauffolgenden Tsunami, der alles hinweggeschwemmt hat. Da hilft leider auch keine Taschenlampe mehr.

Im Falle dessen, dass es hier mal wieder schwankt, ist das größte Problem eher, dass die Züge nicht mehr fahren und man nicht mehr nach Hause kommt. Millionen von Menschen, die in Strömen nach Hause pilgern.Viele Japaner halfen diesen Pendlern auf ihrem Weg nach Hause, in dem sie Getränke und Essen verteilten sowie ihre Toilette zur Verfügung stellten. Das nenn ich mal Solidarität.

Getränkeautomaten geben übrigens bei einem stärkeren Erdbeben kostenlos Wasserflaschen aus.

Nun, genug über Katastrophen geredet!

Ein letzter Survivaltipp:

Wenn ein Erdbeben kommt, dann nicht nach draußen rennen, die Tür aufmachen, vom Fenster und anderem Glas weg und am besten unter den Tisch oder in den Türrahmen stellen.

 

Hals und Beinbruch!

PS: Mein Leben hier läuft in geregelten, unspektakulären Bahnen und ich überlege eifrig, mit was ich euch hier unterhalten kann. Falls euch irgendetwas bestimmtes interessiert, schreibt mir doch einfach eine Nachricht oder einen Kommentar hier in meinen Blog. 🙂

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s