Raindrops keep falling on my head

Nachdem heute die Sinnflut über Tokyo hereingebrochen ist, dachte ich, dass die Regenzeit in Japan vielleicht ein interessantes Thema wäre. Ich habe zwar das Gefühl, dass es in Deutschland inzwischen auch eine Regenzeit gibt, aber mir wurde gesagt „Man sagt nur *Regenzeit*, wenn es draußen auch warm ist.“ Achso. Na dann.

Die jährliche Regenzeit in Japan liegt zwischen Anfang Juni und Mitte Juli. Es regnet zwar nicht unbedingt jeden Tag, aber ausreichend häufig und zum Teil auch recht heftig. Da Japaner bekanntlich erfinderisch sind, haben sie sich einige lustige Sachen einfallen lassen, um diese Zeit im Jahr zu überstehen.

Am besten gefällt mir ihr Hang auch bei blödestem Wetter noch schicke Schuhe tragen zu wollen. Für Frauen gibt es daher Gummistiefel in allen Varianten (mit Absatz!!) oder Ballerinas aus Gummi-Plastik. Leider enspricht die größte Standardschuhgröße für Frauen ungefähr Gr. 39. Ich krieg daher keine Gummistiefel mit Absatz. Wie schade.

  

 

Japan ist ansich ja ein recht sicheres Land. Man muss keine Angst haben, dass man an der nächsten Ecke in einen Bandenkrieg verwickelt wird und ich habe auch nicht mehr Angst als in Deutschland, abends alleine nach Hause zu laufen. Es gibt nur zwei Dinge, die man in Japan nicht unbeaufsichtigt lassen sollte – Regenschirme und Fahrräder.

Warum in Japan so viele Fahrräder geklaut werden, ist mir zwar ein komplettes Rätsel, bei den Schirmen habe ich aber eine Theorie.

Es sind besonders die durchsichtigen Regenschirme aus dem Conbini bzw. aus dem Supermarkt verbreitet, die alle mehr oder weniger gleich ausschauen. Dadurch scheint es häufig zu Verwechslungen zu kommen. Bevor man ein Geschäft betritt, steckt man seinen Regenschirm draußen in den Halter und nimmt ihn beim Rausgehen wieder mit. Da kann das schon mal passieren, dass der eigene Schirm dann weg ist.

Einige Geschäfte bieten längliche Plastiksäcke an (ich nenne sie gerne Schirmkondome), die man über den Regenschirm stülpt, sodass man nicht alles um sich herum nass macht. Das finde ich eine sehr praktische Erfindung. Nur an der Nachhaltigkeit sollten sie noch arbeiten, wenn man bedenkt, was da für ein Müll produziert wird.

Natürlich kann man auch Ganzkörper-Regenponchos im Supermarkt kaufen. Das ist besonders bei Fahrradfahrern beliebt.

Ein Problem an der Regenschirmsache hier ist, dass alle nun mit langen, spitzen (nassen) Stöcken in die überfüllten Züge steigen. Das macht die Situation nicht besser.

Aber bald ist ja Mitte Juli und dann kommt die 30°C+ Zeit und ich werde mir wünschen, dass ich wieder mit dem Regenschirm ins Bein gepikst werde anstatt in der Hitze zu brüten…

Zum Schluss noch ein schöner Aspekt zur Regenzeit. Dank des vielen Wassers blühen zur Zeit überall Hortensien (紫陽花 ajisai).

Advertisements

Ein Gedanke zu “Raindrops keep falling on my head

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s